Batterie beim Motorroller laden

11
Feb

Die Batterie wird mit Hilfe des Stroms der Lichtmaschine geladen, der jedoch nur gespeichert wird, wenn sie in einem guten Zustand ist. Oft entstehen Probleme durch eine Batterie, die schlecht gewartet wurde, was bedeutet, dass der Flüssigkeitsstand niedrig ist, die Platten frei stehen oder die Pole gar verschmutzt sind. Batterien verlieren täglich ihre Ladung bis zu einem Prozent, in warmen Räumen verlieren sie bei jeder Temperaturerhöhung um zehn Grad doppelt so viel. Die Batterien sollten deshalb in kühlen und vor allem trockenen Räumen gelagert werden. Diese sollten erst einmal aus dem Scooter ausgebaut werden, wenn die Batterien aufgeladen werden sollen. Da die Batteriesäure ätzend ist, sollte man nur mit Vorsicht hantieren. Sobald Säurespritzer auf die Haut gelangen mit viel Wasser abwaschen und bei Augenkontakt umgehend einen Arzt aufsuchen. Möchte man den Motorroller über einen längeren Zeitraum stilllegen, so sollte man die Batterie ausbauen. Je nach Rollertyp kann die Batterie unter der Sitzbank, im Handschuhfach oder unter dem Trittbrett sitzen.

Batterie ausbauen und nachladen

Soll die Batterie ausgebaut werden muss zuerst der Minuspol abgeschraubt werden. Bei dieser Chance kann man auch gleich den Flüssigkeitsstand kontrollieren, hierzu stellt man die Batterie waagerecht hin und liest den Flüssigkeitsstand an den Markierungen ab. Ist dieser unter die Maximummarkierung gefallen, so füllt man ihn bis zur Maximummarkierung auf und entfernt die Verschlussstopfen. Nun füllt man vorsichtig destilliertes Wasser ein. Das Absinken des Säurestandes erklärt sich durch das Verdunsten des Wassers aus der Schwefel-Säuremischung, deshalb sollte man nur destilliertes Wasser und keine Schwefelsäue nachfüllen. Ist der Flüssigkeitsstand in den einzelnen Zellen zu hoch, so deutet das auf die Sulfatierung der Zellen mit sehr niedrigem Flüssigkeitsstand hin.

Der Plus- und Minuspol wird zum Nachladen von Batterie und Ladegerät miteinander verbunden, dabei müssen die Verschlussstopfen der Zellen entfernt werden. Der Raum muss belüftet sein, da beim Laden hochexplosives Knallgas entsteht. Für die Batterie ist ein Ladegerät mit IU-Kennlinie ideal, die Ladespannung ist hierbei auf maximal 14,5 Volt begrenzt und der Ladestrom geht stark zurück, wenn die Batterie komplett aufgeladen ist.

Bei Ladegeräten, die nach der W-Kennlinie oder mit gleichmäßigem Strom arbeiten, sollte der Ladestrom ab Eintreten sichtbarer Gasentwicklung auf ein Zehntel der Nennkapazität in Ampere begrenzt werden. Sehr ideal sind Geräte, die sich selbsttätig ein- und ausschalten und die Batterie immer in optimalen Ladezustand halten. Einige Geräte sind sogar extra dafür ausgelegt, dass sie im Winter dauerhaft aufgeladen werden. Die Batterie ist aufgeladen, wenn Säuredichte und Ladespannung innerhalb von 2 Stunden nicht mehr ansteigen.

Es bilden sich an den Batteriepolen Ablagerungen, die auch Oxidation genannt werden, insbesonders am Pluspol. Diese erzeugen einen hohen Übergangswiderstand und behindern den Stromfluss oder unterbinden ihn sogar komplett. Die Batteriepole sollte man vor dem Wiedereinbau mit einer Stahlbürste und Schleifpapier reinigen bis sie vollkommen blank sind, man sollte aber ebenfalls die Klemmen der Zuleitungskabel säubern. Die Pole und Anschlussklemmen werden gereinigt und mit dem Polfett eingefettet. Das Fett hat unter anderem den Vorteil, dass es die Korrosion verhindert, wobei das Polfett oft mit Antiquietschpaste für Bremsbeläge nahezu identisch ist.

Batterie ins Batteriefach einsetzen

Es ist wichtig, dass man zuerst das Pluskabel anschliesst und den Entlüftungsschlauch knickfrei verlegt, dann schließt man das Minuskabel an. Beide Kabelanschlüsse müssen sorgfältig angezogen und auf ihre Festigkeit geprüft werden, da ein sich lösender Batterieanschluss den Regler und den Gleichrichter ernsthaft schädigen kann. Man sollte testen, ob Licht und Starter funktionieren, danach kann man die Batterieabdeckung wieder befestigen. Ist die Batterie nach dem Aufladen wieder leer, so liegt dies meistens daran, dass diese alt oder häufig überladen ist. In diesem Fall sollte man die Batterie durch eine neue ersetzen.

Batterie ohne sie auszubauen laden

Man ärgert sich darüber, dass man sich durch die verrosteten Schrauben bis zu den Kontakten durcharbeiten muss, bevor die Batterie entladen werden kann. Es gibt jedoch hierfür eine Lösung: Bauen Sie sich doch einfach eine Steckdose ein, dies funktioniert entweder mit einem Zigarettenanzünder aus dem Autozubehör oder mit einem Klinkenstecker. Bitte die Sicherung nicht vergessen, da sonst möglicherweise etwas durchschmoren könnte. Ein kleiner Tipp: Beschriften Sie die Polung, damit es im Frühjahr nicht ein böses Erwachen gibt, wenn Sie das Ladegerät versehentlich mit den falschen Polen anschliessen. Die Methode klappt am besten bei wartungsfreien Batterien, weil man bei ihnen nicht die Zellverschlüsse öffnen braucht. Auch bei normalen Batterien kann man es wagen, wenn Sie vor der stärksten Gasbildung aufhören, das bedeutet, wenn die Batterie nicht ganz lädt.

Sulfatierung

Die Sulfatierung setzt die Kapazität der Batterie erheblich herab und vermindert die Stromaufnahme. Eine sulfatierte Batterie kann nicht mehr voll geladen werden. Bei der Entladung bildet sich bei allen Bleibatterien Bleisulfat, welches bei der Ladung wieder verschwindet, indem es dem Elektrolyt zugeführt wird. Bei längeren Standzeiten und mit zunehmendem Alter bleibt jedoch mehr und mehr Bleisulfat in kristalliner Form an den Platten zurück. Je stärker der Belag ist, umso weniger Energie kann auch gespeichert bzw. abgegeben werden. Der Belag wird früher oder später so stark, dass die Batterie den Geist aufgibt. Durch Sulfatierung fallen über 80 Prozent der Gerätebatterien aus. Unser Tipp: Sulfatierte Akkus können mit einem speziellen Ladegerät aufgeladen werden. Die Sulfatschicht platzt durch gezielte Stromstösse ab und die Batterie kann wieder regeneriert werden. Fragen Sie einfach mal bei weiteren Fragen in der nächsten Werkstatt nach.